Gnade mal praktisch...
Denn aus SEINER Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. Johannes 1, 16
Schon seit einiger Zeit will mein Moped nicht mehr so richtig fahren. Ich bin aber mehr oder weniger darauf angewiesen. Heute Morgen wollte ich damit zur Arbeit fahren (ca. 10 km). Schon nach knapp 3 km blieb es stehen und wollte sich auch nicht mehr in Gang bringen lassen. Da ich so schnell wie möglich auf anderem Wege zu meiner Arbeitsstelle kommen musste, rief ich meinen Chef (Matthias) an. Er wollte mich abholen und so machten wir einen Treffpunkt aus. Das Problem war nur, dass ich (wie so oft) nicht richtig zugehört hatte und am falschen Ort wartete. Matthias konnte mich also nicht finden und fuhr wieder zurück ins Geschäft. Ich wunderte mich, dass keiner kam, wartete aber weiter. Nach einer ganzen Weile kam es mir in den Sinn, nochmal anzurufen. Es stellte sich heraus, dass wir uns nur ganz knapp verfehlten. Alles, weil ich nicht richtig zugehört hatte! Jetzt musste ich zusehen, den Bus noch zu erreichen, um wenigstens mit zweistündiger Verspätung im Geschäft zu erscheinen. Der arme Matthias war also nicht nur etwa 15 km umsonst gefahren, sondern musste auch noch die ganze Zeit den Laden hüten. Er hatte also allen Grund, ärgerlich zu sein. Während der ganzen Busfahrt überlegte ich, wie ich mich entschuldigen sollte und was diese Aktion für Folgen haben würde.
Entgegen aller meiner Erwartungen empfing mich mein Chef mit einem herzlichen Lächeln, offenen Armen und den Worten: „Schön, dass du da bist!“
Sofort stieg mir der Gedanke von unverdienter Gnade in den Kopf. Dieses Erlebnis war mir ein lebendiges Bild von der Gnade unseres GOTTES, der uns gerade da, wo wir es am wenigsten verdienen, mit Liebe und Vergebung begegnet.
Maria Hummel
