OnlyJesus-online.de Erlebt „Hab keine Angst.“

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„Hab keine Angst.“

Steffi.jpg Ich sitze an der Haltestelle und warte auf meinen Bus. Es ist ein typischer Herbsttag, grau, nass und kalt. In Gedanken zieht der vergangene Morgen noch einmal an mir vorbei: Die Sprachförderung für Schüler mit Migrationshintergrund, die ich seit ein paar Wochen immer dienstags im Rahmen meines Studiums an einer Förderschule durchführe. Ich bin enttäuscht und unzufrieden. Wieder einmal war der Unterricht in erster Linie ein Machtkampf. Ich habe das Gefühl, dass es den Schülern Spaß macht, auszuprobieren, wie weit sie bei der „neuen Lehrerin" gehen können und was passiert, wenn sie gegen die gemeinsam vereinbarten Regeln verstoßen. Ich fühle mich überfordert mit diesen Schülern, die gar nicht so viel jünger sind, als ich selbst, die überhaupt nicht motiviert sind und gegen alles, was mit Lernen zu tun hat, abgeneigt zu sein scheinen, mit Schülern, die Konflikte lösen, indem sie schreien oder schlagen... Während ich eigentlich schon dabei sein sollte, einen Förderplan für diese Jugendlichen zu entwickeln und mit ihnen daran arbeiten sollte, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern, bin ich eher damit beschäftigt, für Ruhe im Klassenzimmer zu sorgen.

Der Gedanke, dass das Schuljahr gerade erst angefangen hat und ich immerhin noch etwa 30 Mal unterrichten muss, macht mir nicht gerade Mut. Ich überlege mir, wie ich diese Zeit überstehen soll, was ich falsch gemacht habe und wie ich mit den Schülern klarkommen würde. Ob es mir dabei auch noch gelingen würde, die Anforderungen, welche die Hochschule im Zusammenhang mit dieser Sprachförderung stellt, zu bewältigen? Vielleicht war es doch falsch, mich für dieses Praktikum zu entscheiden. Vielleicht hätte ich sogar das Studium gar nicht erst beginnen sollen... Je mehr meine Gedanken kreisen, desto verzweifelter werde ich.

erlebt_Herbstblatt_Steffie Während ich dort an der Bushaltestelle sitze, grüble und mir Sorgen mache, fällt plötzlich ein Blatt direkt auf meinen Schoß. Dadurch werde ich aus meinen Gedanken gerissen und ich schaue unwillkürlich nach oben, um herauszufinden, woher das Blatt denn plötzlich kommt.

Als ich so nach oben schaue, ist es, als ob Gott zu mir sagen würde: „Steffi, ich bin auch noch da! Hast du denn ganz vergessen, dass ich bei dir bin - auch wenn es mit den Schülern manchmal drunter und drüber geht und du nicht mehr weiter weißt! Du musst diese Herausforderung nicht alleine bewältigen! Warum bittest du nicht mich um Hilfe, anstatt dir so viele Sorgen zu machen?"

Ja, das stimmte, ich war ganz auf die Schwierigkeiten fixiert, anstatt, dass ich mit Gott über meine Sorgen und Ängste geredet hätte, der doch in seinem Brief an uns, der Bibel, versprochen hat:

„Hab keine Angst. Ich bin da und helfe dir."  Jesaja 41, 13   

Ich bin ganz fest überzeugt, dass Gott es so gelenkt hat, dass dieses Blatt auf meinen Schoß gefallen ist! Als Erinnerung für mich an ihn!

Dieses Erlebnis hat mich wirklich sehr ermutigt und ich habe es in der darauffolgenden Zeit immer wieder erlebt, dass diese Worte nicht bloß ein leeres Versprechen sind, sondern erlebbare Realität! Das bedeutet nicht, dass plötzlich der Unterricht problemlos verlaufen wäre und sich die Jugendlichen in Musterschüler verwandelt hätten! Ganz im Gegenteil...

Aber trotz allen Herausforderungen und Schwierigkeiten habe ich gespürt, dass ich nicht alleine bin. Gott hat tatsächlich sein Versprechen gehalten, vielleicht nicht immer so, wie ich es mir vorgestellt hätte, aber dennoch so, dass es gut war! Ich habe erlebt, dass Gott durch die Gebete die Schüler ein Stück weit verändert hat. Er hat aber auch an mir gearbeitet und mir ganz viel Liebe und Geduld für die Kids und Ruhe in schwierigen Situationen geschenkt, aber auch die Fähigkeit und Kraft konsequent zu sein... Immer wieder konnte ich Gott einfach nur „Danke!" sagen!

Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Gott kennen und sogar „Vater" zu ihm sagen darf. Immer wieder kann ich einfach nur darüber staunen, dass diesem großen Gott auch meine alltäglichen Probleme nicht egal sind, sondern dass er daran teilnimmt, mir hilft und immer bei mir ist!

Ich weiß nicht, wie DU bis jetzt über Gott denkst? Vielleicht ist er für dich ganz weit weg, unbekannt oder du bist vielleicht sogar enttäuscht von ihm...

Ich wünsche dir jedenfalls von ganzem Herzen auch so ein Blatt oder irgendein anderes ermutigendes Erlebnis, das dir zeigt, dass Gott bei dir ist und du ihm unendlich wichtig bist!

 

Steffi Kuhn