Was Gott mit meinem Studium zu tun hat...
Ich möchte euch erzählen, wie ich Gott immer wieder in den letzten zweieinhalb Jahren während meines Studiums ganz besonders erleben durfte. Ich mache ein BA-Studium, d.h. dass ich immer ein viertel Jahr Praxis und dann wieder ein viertel Jahr Theorie habe. Am Ende jeder Theoriephase schreibt man eine Woche lang Prüfungen. Irgendwie war es immer so, dass wenn die Prüfungen näher rückten und die Zeit zum Lernen immer weniger wurde, gerade dann auch immer viele andere Aktivitäten anstanden.
Ich persönlich muss da sehr aufpassen, dass ich meine Prioritäten richtig setze und über all den anderen Dingen (die ja so viel mehr Spaß machen) nicht das Lernen vergesse. Was ich mir jedoch fest vorgenommen hatte, war, dass ich auch während der Prüfungszeit meine Aufgaben in der Gemeinde nicht vernachlässigen wollte.
Vor meiner Zwischenprüfung hatte ich zum Beispiel die Wahl, entweder zwei Wochen im Ferienlager zu helfen oder zwei Wochen zu Hause zu sitzen, um zu lernen. Ich entschied mich für das Ferienlager. Einige meiner Mitstudenten sahen mich zum Teil etwas komisch an, aber ich wollte diese Zeit einfach Gott schenken und darauf vertrauen, dass er mir bei der Prüfung helfen würde. Und so war es auch!!! In der mündlichen Prüfung kamen einfach genau die richtigen Fragen dran. Ich wusste, dass Gott hier ganz klar geholfen hatte. In der übrigen Zeit zwischen Ferienlager und Prüfung hatte ich zwar schon noch gelernt, doch alleine hätte ich es nie so geschafft. Ich bekam eine 1,7!!! Ist Gott nicht genial?
Es war jedoch nicht so, dass diese Zwischenprüfung die einzige Prüfung im September war. Vier weitere Prüfungen standen an, auf die ich auch erst nach dem Ferienlager lernen konnte. Ich gab mir wirklich Mühe, doch in Sozialversicherungsrecht (ja, wir ham zum Teil wirklich langweilige Vorlesungen!!!) verstand ich einfach nur Bahnhof. Es schien unmöglich, sich diesen Stoff von zwei Semestern in dieser kurzen Zeit noch verständlich zu machen, naja, ich versuchte es zumindest. Am Tag vor dieser Prüfung hab ich dann versucht, mir den größten Teil nochmal ein bisschen einzuprägen, doch den Rest könnte ich mir ja am nächsten Morgen nochmal anschauen, da wir die Prüfung erst mittags schrieben. Allerdings rief mich an diesem Abend Sonja an um mir zu sagen, dass sie das Mädcheneck am Freitagabend nicht machen könne, da sie krank geworden sei. Ob ich das nicht übernehmen könnte? Was tun? Ich beschloss, die Prüfung einfach Gott abzugeben und mich am nächsten Morgen statt vor mein Gesetzbuch zu setzen, mich auf das Mädcheneck vorzubereiten. Mein Verstand sagte mir zwar ganz klar, dass das einfach dumm ist, da ich den Stoff für die Klausur noch lang nicht wirklich verstanden hatte, doch traute es Gott zu, mich zumindest bestehen zu lassen. Und stellt euch vor, ich hab nicht nur bestanden, ich (besser gesagt Gott) hat eine 2,7 geschrieben. Keine Ahnung, wie er das geschafft hat, aber ich will ihm dafür einfach danken und euch Mut machen, euch ganz auf Gott zu verlassen. Ich hab es erlebt, dass es sich lohnt, wenn man sich nicht in erster Linie auf seinen Verstand, sondern auf IHN verlässt.Natascha Schmidt
