Ist das wirklich alles so schlimm?
Manchmal hatte ich den Eindruck, ich wäre ganz allein, die Welt versteht mich nicht mehr und ich verstehe die Welt nicht. In den letzten Monaten habe ich mich oft einsam und im Stich gelassen gefühlt, weil ich mit der Situation nicht zurecht kam.
Ich denke, die meisten von euch wissen, dass bei meiner Mama jetzt MS (Multiple Sklerose) festgestellt wurde. Die Zeit, die sie in der Neurologie verbracht hat, war für mich echt schlimm und hart. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte das Gefühl, meine Mama zu verlieren und davor hatte ich Angst. Je näher der Tag der endgültigen Diagnose kam, desto schlimmer wurde das Gefühl. Ungefähr vier Tage vor der Diagnose hatte ich abends noch ein echt super Gespräch mit meinem Papa und konnte ihm sagen, was mich bewegt und wovor ich Angst hatte. Während diesem Gespräch habe ich auch viel verarbeiten können. Nach dem Gespräch bin ich in die Nacht rausgegangen, um einfach noch einmal ganz in Ruhe über meine Gefühle und meine Ängste mit Gott zu reden und ihm alles zu übergeben. Es tat gut, alles loszuwerden und nicht mehr das Gefühl haben zu müssen, mit dem ganzen Kram allein zu sein. Ich wusste, Gott ist jetzt bei mir und trägt mich durch diese Zeit. Als der Anruf kam und wir jetzt sicher die Bestätigung hatten, dass meine Mama MS hat, konnte ich gut damit umgehen und es annehmen, wie es ist. Leider kommen manchmal immer noch diese Gefühle von Einsamkeit und die Angst um meine Mama, aber Gott hilft mir immer wieder. Ich weiß, dass meine Mama nie wieder die alte sein wird, aber es wird immer besser. Wenn ich meine Mama mal so aus vollem Herzen heraus lachen seh´, muss ich mir die Tränen ganz schön unterdrücken, weil ich mich so freu´. Ich genieße die Zeit, in der wir zu zweit lachen.
Nina Epp
