Warum es sich lohnt, Christ zu sein...
Aussagen wie "Es lohnt sich schon, etwas mehr Geld für
gute Qualität zu investieren...", "Schauen Sie mal vorbei, es lohnt
sich...", "Schlussverkauf, es lohnt sich…", begegnen uns heute
fast täglich und wenn wir dann die Aussage etwas hinterfragen, stellen wir
schnell fest, es lohnt sich tatsächlich immer - allerdings meistens für den,
der uns etwas verkaufen will.
Jetzt komme ich auch noch mit der Aussage "Es lohnt sich, Christ zu sein…". Vielleicht denkst Du sofort: Ist da wieder eine Sekte unterwegs, um Menschen für sich zu gewinnen?
Vor etlichen Jahren gab mir mein Schwager in einem Gespräch über Geldanlagen den Tipp, Geld in Aktien einer afrikanischen Goldmine zu investieren. Ich legte einen nicht geringen Betrag an und tatsächlich, innerhalb eines halben Jahres hatte sich meine Investition verdoppelt - das nenne ich Rendite. Warum hat er das getan?
Er kannte sich sehr gut aus im Aktiengeschäft und er wollte mich als Schwager gerne an diesem Erfolg teilhaben lassen.
Dies ist auch der Grund, warum ich heute einige Gedanken darüber schreiben möchte, warum es sich lohnt, Christ zu sein. Ich habe in den zurückliegenden Jahren viele gute Erfahrungen als Christ sammeln dürfen und ich möchte gerne auch andere an dieser "Rendite" teilhaben lassen. Vorneweg, es geht nicht um die Mitgliedschaft in einer christlichen Gemeinde, es geht allein um eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus, welche letztendlich gemeindeunabhängig ist.
Der eigentliche Insidertipp ist aus meiner Sicht der, dass Jesus Christus für mich die Schuldfrage meines Lebens gelöst hat. Etliche Jahre in meiner Teenie-Zeit quälte mich ungelöste Schuld. Schuld an meinen Mitmenschen und schlussendlich, wenn es einen Gott geben sollte, Schuld gegenüber ihm. Doch eines Tages durfte auch ich erkennen, dass Gott auch meine Schuldfrage durch den Tod seines Sohnes Jesus Christus am Kreuz gelöst hatte. Bibelverse, wie z. B. 1.Johannes 1,9: "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit", gaben mir dann einen inneren Frieden, den ich vorher nicht gekannt hatte. Aber da begann erst das "lohnende" Leben mit ihm.
Bis heute konnte ich immer wieder erleben, wie Gott seine Versprechen in der Bibel hält. Ich glaube, ich könnte inzwischen ein kleines Buch mit Erlebnissen füllen, in denen ich Gottes Hilfe im täglichen Leben erfahren konnte. Ein Erlebnis davon möchte ich gerne weitergeben.
Als meine Frau mit unserer Tanja schwanger war, erhielten wir nach einer
Vorsorgeuntersuchung einen Anruf der Frauenärztin. Ich war zu diesem Zeitpunkt alleine zu Hause und nahm das Telefon ab. In wenigen Sätzen erklärte sie mir, dass wir damit rechnen müssten, dass unser ungeborenes Kind mit Down-Syndrom auf die Welt kommen könnte, meinte jedoch, da wir ja "Christen" seien, würde eine Abtreibung für uns ja nicht in Frage kommen. Sie habe trotzdem die Pflicht, uns darauf hinzuweisen, dass jetzt im 6. Monat die letzte Möglichkeit einer Abtreibung bestehe.
Nachdem ich den Hörer aufgelegt hatte, saß ich da wie vom Donner gerührt. In dieser Situation griff ich wie betäubt zu meiner Bibel und schrie zu Gott, dass er mir in seinem Wort begegnen sollte. Ich schlug meine Bibel auf und stieß unmittelbar auf einige Verse (die waren nicht mal fett gedruckt) in Sprüche 24: Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist. Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken. Sprichst du: »Siehe, wir haben's nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele acht hat, weiß es…
Natürlich war ich immer ein Abtreibungsgegner gewesen, aber wenn einen die Situation direkt trifft, sieht auf einmal alles anders aus. Aber da gaben mir diese Verse auf einmal und auch immer wieder später, einen festen Halt in der Entscheidung, das ungeborene Kind vor der "Schlachtbank" zu bewahren und es anzunehmen, auch wenn es behindert sein sollte.
Als Tanja drei Monate später im November 1995 mit Down-Syndrom auf die Welt kam, war dies für uns nicht einfach, zumal wir immer wieder in unserem Umfeld mit der Frage konfrontiert wurden: "Hätte man da nicht etwas dagegen machen können?". Trotzdem waren wir überzeugt, Gott hatte Tanja so gewollt und wir konnten sie in Liebe annehmen. Sie ist bis heute der Sonnenschein in der Familie und von ihr können sogar wir immer wieder lernen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, dankbar zu sein - sie ist die Dankbarkeit in Person. Auch freut sie sich an Kleinigkeiten im Alltag, die wir so leicht übersehen. Da sitzt sie öfters am Frühstückstisch und meint auf einmal: "Ich freu mich!" Wenn wir nachfragen, worüber sie sich denn freut, kommt zum Beispiel: "Noch zweimal schlafen, dann kommt Nadine wieder heim!" Nadine ist ihre große Schwester, die zur Zeit in Schwäbisch Gmünd studiert.
Deshalb muss ich immer wieder feststellen: Es lohnt sich Christ zu sein! Vor allem auch noch, weil Gott seinen Kindern versprochen hat, ihnen eine ewige Zukunft bei ihm zu geben. Dazu sagt die Bibel: Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte (mein Leben), abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.
Tanja mit Papa auf Tour
