Im Lichtkegel der Liebe
Weihnachten, das Fest der Lichter, rückt immer näher. Schaufenster, Christbäume, ja ganze Straßenzüge werden von unzähligen Lichtern erhellt. Schon immer übt das Licht eine besondere Faszination auf Menschen aus.
Nicht nur in Filmen wie „Harry Potter“ oder „Herr der Ringe“, sondern auch schon zu früheren Zeiten und sogar in der Bibel symbolisiert Licht und Finsternis den Kampf zwischen Gut und Böse.
Auch auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir von einer unheimlichen Finsternis, die auf dieser Erde geherrscht hat. Mit der Erschaffung des Lichts wird dieser Finsternis Grenzen gesetzt, das Chaos muss weichen (siehe 1. Mose 1,3). Ohne Licht war kein Leben möglich – nun beginnt die Erde zu blühen. Doch dann nimmt die Sünde überhand und scheint das Licht zu verdrängen. Die Menschheit lässt sich von der vermeintlichen Freiheit und Macht des Bösen gefangen nehmen, will unabhängig sein von Gott und verkriecht sich in das Dunkel der Eigenliebe und Selbstverherrlichung. Doch wie ein heller Stern leuchtet die Verheißung auf den Befreier, den sogenannten Messias, auf und gibt Hoffnung auf den Tag der Befreiung.
Mit Jesu Geburt erscheint dieses Licht, welches die Welt verändert. „Ich bin das Licht der Welt...“ sagt Jesus von sich in Johannes 8,12. Ein Licht, welches die Herzen erwärmt. Ein Licht, in dessen Gegenwart jedoch auch kein Unrecht bestehen kann, das aber auch tiefe Verletzungen heilt und wie ein warmes Feuer in der kalten Nacht die Menschen erwärmt, die sich ihm nahen.
Doch noch einmal versucht die Finsternis überhand zu nehmen. Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine grausame Finsternis über die Erde herein. Es scheint, als hätte das Reich der Finsternis auf diesen Tag gewartet. Die ganze Kälte und Lieblosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Wut und Hass, Mord und Vergewaltigungen drohen wie eine Welle für immer über die Erde hereinzubrechen. Es scheint, als wäre die Welt mit dem Siegesgeheul der Dämonen erfüllt. Hat doch die Finsternis gesiegt?
Der Triumph der Finsternis wird jäh unterbrochen. Mit der Auferstehung Jesu siegt das Licht über die Finsternis. Für alle, die sich Jesus anvertrauen, hat nun die Finsternis ihre Macht verloren, der Tod seinen Schrecken! So wie das warme Kaminfeuer die kalten Glieder neu mit Wärme durchströmt und belebt, so bringt die Liebe Gottes unsere Herzen zum schmelzen. Ein Licht das zum Leben einlädt, ein Licht, das heim leuchtet – heim zum Vaterherz Gottes.
Wenn wir uns diesem Lichte öffnen, unsere verborgensten Ecken und Winkel vor Gott offenbaren, seine Vergebung in Anspruch nehmen und unsere Seele von Gottes Liebe erfüllen lassen, so erleben auch wir, wie wir von Gottes Liebe erfasst werden und sogar selber befähigt werden, in dieser noch dunklen Welt das Licht von Jesus Christus wiederzuspiegeln. Das Tolle dabei ist, dass wir nicht von selbst diese Liebe erzeugen müssen, sondern wie ein Spiegel das helle Licht reflektieren dürfen.
Möge das „Fest der Lichter“ uns neu ermutigen, unser Leben von dem Licht der Welt füllen zu lassen, von der Liebe Gottes, welche sich hingegeben hat, um für immer die Finsternis aus unserem Leben zu verbannen. Im Lichtkegel der Liebe Gottes zu leben ist DAS LEBEN.Ph. Gaiser
