Sind Christen weltfremd?
Bist Du auch schon einmal mit diesem pauschalen Vorurteil konfrontiert worden oder bist Du vielleicht selbst der Meinung, dass das wahr ist? Dann lies doch einfach weiter und erkenne, was es damit auf sich hat.
Nun - irgendwie fallen bekennende Christen in der heutigen Gesellschaft schon auf. Sie outen sich durch ihr Verhalten und ihre Ansichten und stoßen damit oftmals auf wenig Verständnis. Warum ist das so? Eigentlich gar nicht allzu schwer zu verstehen, wenn man sich klar macht, dass es grundsätzlich nur zwei Herrschaftsbereiche gibt: das Reich dieser Welt und das Reich Gottes.
Wenn wir in diesem Sinn von Welt sprechen, dann meinen wir übrigens nicht den Planeten Erde oder die Natur oder die Menschheit. Die Welt ist vielmehr die Zivilisation, die die Menschen errichtet haben, um ihre Wünsche ohne Gott zu erfüllen. Weltlichkeit ist eine Einstellung, eine Wesensart; es ist weniger das, was man tut, sondern eine innere Haltung. Man könnte sagen, Weltlichkeit ist menschliche Aktivität, ohne dass Gott einbezogen wird. In Wirklichkeit ist die Welt leer, eine hohle Fassade, ein oberflächliches Vergnügen. Was sie auch bieten mag, das menschliche Herz bleibt auf Dauer unbefriedigt, weil die Menschen dieser Welt mehr aus ihr herauszuholen versuchen, als in ihr enthalten ist.
Dem gegenüber steht in starkem Kontrast das Reich Gottes. Dort geht es nicht in erster Linie um die alltäglichen Dinge, sondern um grundlegende Aspekte wie Gerechtigkeit, Friede, Freude etc., die ihrerseits einen prägenden Einfluss auf das praktische Leben haben. Jesus Christus ist der Mittelpunkt, nicht das Ich; alles wird aus seiner Sicht bewertet. Christen haben mit Gottes Wort einen absoluten Maßstab, der für sie Gültigkeit hat. Und das ist der wesentliche und alles entscheidende Unterschied.
Die Bibel lehrt uns, dass kein Mensch von Geburt an zum Reich Gottes, sondern zum Herrschaftsbereich dieser Welt gehört. Da es sich um zwei sehr gegensätzliche Positionen handelt, ist es kein Wunder, dass Menschen, die keine persönliche Beziehung zu Gott haben, Christen als weltfremd bezeichnen. Sind sie doch in vielen Dingen einfach irgendwie anders als die Masse in dieser Welt. Ihnen fehlt der Durchblick, sie haben altmodische Ansichten und sie können nicht mitreden. Ist das wirklich so?
Christen leben mit beiden Beinen in dieser Welt und trotzdem tragen sie eine ständige Sehnsucht nach dem Reich Gottes in ihren Herzen, das jetzt schon existiert aber noch nicht äußerlich sichtbar ist. Sie befinden sich jeden Tag in einem Spannungsfeld, in dem es um das richtige Verhältnis zur Welt geht. Sie haben eine klare Berufung, in dieser Welt zu leben, aber sich unbefleckt zu halten vom Wesen dieser Welt, welches uns zusammengefasst in einem einzigen Bibelvers (1. Joh. 2, 16) geschildert wird. Dabei haben sie auch den Hinweis von Paulus zu beachten (1.Kor.9, 19-22), dass sie nicht zu abgehoben leben von dieser Welt, denn sonst können sie diese weder mit der guten Botschaft (dass es möglich ist, eine persönliche Beziehung mit Gott zu führen) noch mit den bewährten Antworten der Bibel auf die wichtigsten Fragen des Daseins und für das praktische Leben erreichen.
Diese Welt ist so gefährlich für den Menschen in ihren Versuchungen und das kommende Gericht so schrecklich, dass es ein großes Ziel der Sendung von Jesus Christus war, die Menschen daraus zu erretten. Gott möchte, dass wir unsere weltliche Denkweise und unseren weltlichen Lebensstil ablegen und uns in sein Bild umgestalten lassen (Röm.12, 2). Somit bezieht der Christ seine Kraft und Stärke aus der Trennung vom Wesen der Welt und nicht aus der Anpassung zu ihr, auch wenn er dadurch Gefahr läuft, als weltfremd angesehen zu werden.
Sind Christen weltfremd? Ja und nein. Ja, weil der Maßstab für ihr Leben nicht von Menschen, sondern von Gott stammt und sie sich nicht von einem gottlosen System prägen lassen wollen. Nein, weil sie mit beiden Beinen und einem klaren Auftrag in dieser Welt leben, allen Menschen den Weg zu einem erfüllten Leben mit Gott zu zeigen.
Wer gottlos lebt, ist Gott los und muss selber sehen, wie er ohne ihn zurecht kommt. Christen können das nicht. Sie brauchen jemanden, der sie hält und trägt, solange sie leben, und der ihnen die Hand unter den Kopf legt, wenn sie sterben. Dann lieber als weltfremd gelten und mit Gott leben. Wenn Du noch nicht zu Gottes Reich gehörst, dann suche nicht länger in dieser Welt das, was sie dir nicht bieten kann. Vergeude Deine Zeit nicht länger mit zweitrangigen Dingen. Gott hat Dich so geschaffen, wie Du bist und wartet darauf, dass Du endlich wieder zu ihm zurückkehrst.
