Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Gebet

Kind, Mädchen, Gebet, beten, Andacht Als Christen wissen wir, dass das Gebet für unser Leben und in der Beziehung zu Jesus einen hohen Stellenwert hat. Doch ich selbst mache immer wieder die Erfahrung, dass ich das Gebet vernachlässige und mir die Freude daran verloren geht. Ich möchte gleich zu Anfang erwähnen, dass der Gegenspieler und Feind Gottes, Satan, viel daransetzt, diese enge Verbindung zu Gott zu zerstören. Er weiß und ahnt wohl, was für eine Macht hinter einem aufrichtigen Gebet eines Christen steckt.

Das Thema Gebet gestaltet sich sehr umfangreich. Doch an dieser Stelle streife ich nur einige einzelne Aspekte.

Zu Beginn stellt sich vielleicht die Frage, warum Gebet nötig ist, wenn Gott doch allwissend ist und genau weiß, was wir benötigen. In Römer 12,12 fordert uns unser Schöpfer selbst auf:

„Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen!“

Das ist die erste Antwort: Gott möchte es! Außerdem hat er uns Wahlfreiheit gegeben und überlässt es dir und mir, ob wir uns an ihn wenden. Darüber freut er sich natürlich sehr! Des Weiteren verändert Gebet uns selbst. O. Chambers sagte:

„Wenn wir beten, bleiben die Umstände oft die gleichen, doch wir werden anders.“

Durchs Gebet lässt Gott seinen Arm bewegen, das bedeutet, der Einzelne hat Teil am Wirken Gottes, wenn er betet. Es ist eigentlich unglaublich, dass der Allmächtige einen Beter, der sich vielleicht nur schwach vorkommt, gebrauchen kann, um Großes zu tun.

Doch zu wem sprechen wir eigentlich im Gebet? Wir reden mit Gott, dem Vater, höchstpersönlich durch Jesus Christus und den Heiligen Geist. (Joh.4,24/Röm.8,26)

Dabei kann man das Gebet in verschiedene Formen einteilen:

  • Anbetung und Lobpreis

    Wir beten Gott für seine Größe, Allmacht und vieles mehr an. Anbetung ist das Höchste und verehrt Gott. Dabei bringen wir ihm unsere Wertschätzung dar und vergegenwärtigen uns, was für ein großer Gott uns seine Kinder nennt. Anbetung setzt auch die Größe unseres Problems ins richtige Verhältnis: Gott ist größer!

  • Dank

    für die Rettungsaktion Gottes, dass er davor nicht zurückgeschreckt ist, seinen einzigen Sohn sterben zu lassen, um viele zurück zu gewinnen.
    Aber auch Dank für die Erhaltung unseres Lebens (geistliches Leben und äußere Dinge), denn alle gute und vollkommene Gabe kommt von Gott, dem Vater des Lichts. (Jak.1,17)
    In 1.Thessalonicher 5,18 fordert uns Gott auf, in allen Dingen dankbar zu sein. Danach ist uns in manchen Situationen oft nicht zu Mute. Doch im Blick auf die Kraft Gottes und das, was er schon getan hat, lenkt Danken den Blick weg vom Problem auf das Wesentliche.

  • Fürbitte

    In der Fürbitte dürfen wir für andere Menschen den Thron Gottes bestürmen. Gott ermutigt uns zum Beispiel für die Obrigkeit (Bürgermeister, Ministerpräsident, Bundeskanzlerin, aber auch Gemeindeleitung, Älteste,…) zu beten. Fürbitte entspricht also Gottes Willen und gemeinsame Fürbitte schweißt eine Gemeinde zusammen. Fürbitte ist das Beste, was für einen Menschen tun können und lenkt den Blick von eigenen Sorgen ab.

  • Betet ohne Unterlass – Gebet als Lebensstil

    Paulus redet vom Gebet ohne Unterlass. (1.Thess 5,17) Damit meint er die ständige Verbindung mit Gott. Egal ob ich eine Klassenarbeit schreibe oder Salat setze – ich habe Gottes Hilfe und Segen nötig. Gott freut sich, wenn wir mit ihm über „Kleinigkeiten“ sprechen. Mach aus deinem Alltag ein Gebet!

Aus Jakobus 5,16 wissen wir, dass das Gebet eines Christen viel bewirken kann, wenn es ernstlich gebetet wird. Daran sehen wir, dass es Bedingungen gibt, damit Gott erhört.

  • Gott erhört zwar auch Gebete von Ungläubigen, doch das Gebet eines gläubigen, gottesfürchtigen Menschen ist mächtiger. (Joh. 9,31)
  • Unsere Beziehung zu Gott muss störungsfrei und sauber sein. (Hes.14,3/ Matth.5,23.24) Auch zwischen uns und unseren Mitmenschen soll nichts stehen. Wenn dies der Fall ist, dürfen wir zuerst um Vergebung bitten und Dinge in Ordnung bringen. (1.Joh. 1,9)
  • Im Glauben beten bedeutet, auf Gottes Verheißungen zu bauen (Hebr.11,6) und in der Gewissheit zu beten, dass bei ihm alles möglich ist, und Gott keine hoffnungslosen Fälle kennt.
  • Der Aspekt „im Willen Gottes beten“ hängt eng mit obigem zusammen. Es bedeutet auch, vertrauensvoll Wünsche und Bitten loszulassen und zu vertrauen, dass Gott das Beste tut. (Röm.8,28)
  • Wenn wir im Gebet Gottes Willen suchen, ist es notwendig, eigene Vorstellungen aufzugeben und offen für Gottes Wege zu sein. Nur wer loslässt, hat die Hände geöffnet, um Neues zu empfangen.
  • Im Namen Jesu zu beten heißt in der Übereinstimmung mit seinen Verheißungen und seinem Willen. (Joh.5,14) Ebenso auch, dass wir Jesus Christus als den Vermittler und Fürsprecher anerkennen.

beten, Hände, Gebet Manchmal erscheint es, als ob Gott nicht erhört. Es kann sein, dass unser Gebet so war, wie das Verhalten eines kleinen Jungen: Er klingelte an einer Haustür, um etwas abzuholen. Bevor die Tür geöffnet wurde, rannte er schon wieder die Stufen hinunter und hinaus auf die Straße. Auch ich ertappe mich manchmal, wie ich kurz mit Gott über etwas rede, doch dann schon wieder „auf die Straße renne“ und hier und dort Hilfe suche. In Lukas 11, 5-13 und 18,1-8 finden wir Beispiele, dass sich ausdauerndes Gebet lohnt!

Doch wenn wir erkennen, dass unsere Bitte gegen Gottes Willen steht (z.B. im Bezug auf einen potentiellen ungläubigen Partner), dann sollten wir aufhören, diese Bitte vor Gott zu bringen. Am Beispiel von Paulus (2.Kor.12,7-9) sehen wir, dass er Gott dreimal gebeten hat, er solle das Handicap an seinem Körper wegnehmen. Gott hat wahrscheinlich anders reagiert als Paulus dachte, aber er ließ die Gnade Gottes ausreichend sein.

Zum Schluss die Frage, ob Gott immer antwortet. W. MacDonald sagte: „Ja, grundsätzlich antwortet Gott genau in der Weise auf Gebet, wie wir es täten, wenn wir Seine Weisheit, Liebe und Allmacht besäßen.“ Eine Antwort kann Ja / Warte / Nein heißen. In unserm Dasein als Mensch haben wir nur eine eingeschränkte Sicht. Gott dagegen sieht weiter.

Wir gleichen manchmal einem kleinen Kind, das seine Finger nach dem weißen Pulver ausstreckt, in der Annahme, es sei Zucker. Der Vater verwehrt es seinem Kind liebevoll, da er weiß, dass sich hinter dem vermeintlichen Zucker Gift verbirgt. Stattdessen schenkt er seinem Kind etwas viel Besseres. Ich denke, im Himmel werden wir einmal erkennen, wie wunderbar Gott alles erhört hat.

Ich wünsche dir und mir eine lebendige Gebetsbeziehung zum allmächtigen Gott. Freue dich auf die Gesprächszeiten mit Gott, und mache deinen Alltag wirklich zu einem Gebet! Gott ist 24 Stunden, 7 Tage die Woche für dich da. Nie ertönt das Besetztzeichen oder „kein Anschluss unter dieser Nummer…“! Du darfst offen und ehrlich vor ihm sein, Gott nimmt dich ernst und versteht dich!

Wenn wir beten, betreten wir das Hauptquartier Gottes. Wir dürfen durch Jesus Christus hineingehen. Er ist der Weg aus dem Gebiet unseres Nichtskönnen in den Bereich von Gottes Können! (C. ten Boom)

Salome Hermann