Christsein im Alltag
Wem geht es nicht fast jeden Tag so? Jede Woche?
Oft stellt sich dann die Frage: Wie soll ich mich nur verhalten? Sehe ich vieles zu eng? Was bedeutet es, als wiedergeborener Christ im Alltag zu leben? Steh ich alleine da mit meinen Problemen? Welche Auswirkungen haben 1.Petr. 1,18.19 und Epheser 1,7 auf mein Verhalten? In der Gemeinde ist es ja meistens einfach, so zu leben, wie es Jesus es möchte, aber zu Hause und in der Schule? Dort gibt es niemanden, der mir aufzeigt, wenn ich auf dem Holzweg bin.
Viele Fragen, die einen so beschäftigen können und Angst machen.
Viele Fragen, auf die es nicht unbedingt die eine Antwort oder das Patentrezept gibt.
Viele Fragen, die Eigeninitiative und Entscheidungen fordern, und zwar von jedem ganz persönlich!
Um der Frage nachzugehen, wie man als Mensch, der sich bewusst für ein Leben mit Jesus entschieden hat, im Alltag leben kann, werden wir uns einmal vier Punkte genauer ansehen:
1. Freiheit
2. Nachfolge
3. Treue – auch im Kleinen
4. Die Grundlage
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1. Freiheit
Der eigentliche Wortlaut der gestellten Frage heißt ja: Wie kann ich Erlösung im Alltag leben?
Mancher wird sich jetzt vielleicht überlegen: Was bedeutet denn Erlösung?
Das Wort lösen ist uns da sicher ein bekannterer Begriff: lösen – frei machen.
Unter Erlösung verstehen wir eine Befreiung, nicht nur von irgendwelchen Problemen, sondern von dem Ursprung all unserer Probleme: der Sünde.
Weil Jesus für meine Schuld, meine Fehler, meinen Ungehorsam gegen Gott bezahlt hat, deshalb darf ich frei davon sein, wenn ich ihn um Vergebung gebeten und die Herrschaft über mein Leben ihm gegeben habe.
Somit kann ich die Frage auch so stellen: Wie kann ich mit Jesus im Alltag leben?
Jesus hat mich von Sünde befreit – und das nicht nur einfach so, sondern er musste selbst dafür bezahlen und das bedeutet: er musste sterben.
Ja, sagst du vielleicht, das weiß ich auch und hab es auch angenommen.
Aber siehst du dann auch, dass du somit die Freiheit hast, nicht mehr zu sündigen?
Du kannst Nein zu Sünde sagen!
Das hört sich ganz nett an, denkst du jetzt, aber in meinem Alltag sieht es doch ganz anders aus - keine Angst, mir geht es auch oft so.
Aber sind du und ich uns klar, was Römer 6,6 sagt? „Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.“
„…damit der Leib der Sünde vernichtet werde…“ Das sind ganz schöne Ansprüche, oder?
Einmal ist doch keinmal, nicht? Nein, hier steht, dass du dich grundsätzlich entscheiden musst, ob die Sünde in deinem Leben ausgerottet werden soll oder nicht. Nicht nur unterdrückt, bekämpft oder überdeckt soll sie werden, sondern ausgerottet. Das ist eine Entscheidung, die jeder für sich ausdrücklich festlegen und dann auch danach handeln muss.
Bist du bereit dir von Gottes Geist zeigen zu lassen, wo noch Sünde in deinem Leben ist und vernichtest du diese dann auch, d. h. bist du dir im Klaren, dass sie mit Christus sterben muss?
Im Bezug auf die Sünde gibt es keine Kompromisse!
Es reicht nicht, nur Nein zu etwas zu sagen, sondern man muss es dann auch lassen.
Zum Beispiel kann ich nicht sagen, dieser Film schadet meiner Phantasie und dann sehe ich ihn trotzdem, da ich nun darauf achte, nicht so genau hinzusehen. Bin ich mir oft bewusst, was ich anschaue?
Wissen allein schützt dich nicht, wenn du nicht auch gehorchst. Du musst dich ganz bewusst von der Sünde abwenden.
Hilfe, da bin ich ja ganz schön auf verlorenem Posten, wenn ich bloß an diverse Bilder, Filme, Bücher, Gespräche in der Schule, etc. denke, das werde ich nie schaffen.
Hey, stopp, warte, du musst das doch nicht allein schaffen! Meinst du, Jesus hat dich von deiner Sünde bei deiner Bekehrung frei gemacht und lässt dich jetzt alleine sitzen?
Gerade wenn du wieder deinen Beitrag im Gespräch über den dümmsten aller Lehrer geben willst, will er dir helfen, deinen Mund zu halten und wenn du bereit dazu bist, möchte er dir diesen Lehrer mit seinen Augen zeigen.
Also, habe gerade im Alltag, wenn kein anderer Christ um dich rum ist, den Mut zur Sünde Nein zu sagen. Sei sicher, Jesus hilft dir dabei!
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2. Nachfolge
Mensch, da falle ich ja ganz schön auf in der Schule und im Geschäft! Keine Sünde mehr!
Das sei anfangs gleich klargestellt: Du und ich, wir brauchen nicht erwarten, dass alle uns dafür lieben, dass wir Christen sind. Und vor allem nicht, wenn du deinen Weg kompromisslos gehst!
Jeder Mensch bekommt nicht gerne aufgezeigt, was er falsch macht: Da ist es ziemlich unangenehm, wenn einer nicht abschreibt und man sich vielleicht überlegen muss, ob das nicht doch Betrug ist.
Und natürlich wirst du umso mehr beobachtet, ob du das mit dem Glauben, mit diesem Jesus, etc. wirklich so ernst meinst.
Jesus hat selber gesagt, dass jeder, der ihm nachfolgen will, sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und ihm folgen soll. (Matthäus 16,24)
Auch bei der Fußwaschung erklärte Jesus seinen Jüngern, dass der Knecht nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn Sendende sein kann. (Johannes 13,16)
Jesus im Alltag nachfolgen bedeutet somit nicht Honigschlecken, im Gegenteil:
Jesus war bereit sich um die Außenseiter und Verachteten zu kümmern, Jesus liebte seine Feinde, Jesus war Gott absolut gehorsam, er gebrauchte keine einzige Notlüge um irgendeinem Problem auszuweichen,… Jesus wurde verachtet, missverstanden, verlacht, angespuckt, geschlagen und gekreuzigt.
Wenn du nun Jesus wirklich in der Schule nachfolgen willst, wenn du dich um den Außenseiter kümmerst, der immer alleine in seiner Ecke sitzt, wenn du Gottes Willen tust und in der Arbeit keine Spickzettel hast, wenn du nicht die neueste „Bravo“ gelesen hast,… dann fällst du auf. Möglicherweise läufst du auch Gefahr, ein Außenseiter zu werden.
Nachfolge will überlegt sein und wenn du dazu bereit bist Jesus auch im Alltag durch dick und dünn zu folgen, dann kann es sein, dass du in der Schule, im Geschäft, in der Ausbildung out bist, bei Gott aber bist du dann in, denn er hat versprochen, dass er jeden Tag bei dir ist und dass du, wenn du ihn liebst und ihm nachfolgst, auch einmal bei ihm sein wirst.
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3. Treue auch im Kleinen
Um ehrlich zu sein, ich habe immer gedacht, wenn dann irgendwann einmal ein ganz großer, klarer Auftrag von Gott an mich kommt, dann werde ich auf jeden Fall gehorchen, dann bin ich mir ganz sicher, was er von mir möchte und dann kann ich bis ans andere Ende der Welt gehen um von ihm zu erzählen.
Und bevor es überhaupt so weit kam, lag ich schon ganz schön auf der Nase und mir wurde klar, „halt mal!“, bevor mich Gott irgendwo im Großen gebrauchen kann, ja, bevor er mich überhaupt gebrauchen kann nur einen einzigen Menschen zu ihm zu führen, sollte ich erst einmal bereit sein in meinem kleinen Alltag in Althütte, in der Schule, in meiner Gemeinde und in meiner Familie seinen Willen zu tun und das ist manchmal viel schwerer als man denkt! Großes leisten will jeder, aber Gott kann nur die gebrauchen, die bereit sind auch das Kleine zu tun. „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.“ (Lukas 16,10) Jesus sagt nicht, wer im Großen treu ist, der ist auch im Kleinen treu, sondern genau umgekehrt!
Hm, aber wie kann ich das jetzt konkret in meinem Alltag anwenden? Schau einfach einmal um dich herum: kann es sein, dass die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist und deine Mutter total den Stress hat, kann es sein, dass dein Mitarbeiter wieder einmal vergessen hat seine Maschine auszuschalten,… wie wär’s, wenn du das geschwind für ihn tätest. Ich bin da auch kein Experte, aber man kann einen Blick für solche Dinge erlernen.
Treue im Kleinen kann auch bedeuten seine Hausaufgaben, Arbeiten zu Hause oder in der Gemeinde ordentlich zu erledigen.
Achtung, ich gebe dir hiermit kein Patentrezept! Lass dir von Gott die Aufgaben zeigen, die er möchte, dass du tust.
Versuche nicht alles zu tun. Sei bereit da zu arbeiten, wo Gott dich hinstellt und habe auch den Mut an einer anderen Stelle dann Nein zu sagen. Gott erwartet nicht von dir, dass du alles machst, sondern dass du seinen Willen tust.
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4. Die Grundlage
So, jetzt haben wir uns ganz schön viel überlegt, wie Christsein im Alltag aussehen kann, aber auf das Wichtigste, das Fundament, das unseren Alltag trägt, sind wir noch gar nicht gekommen. Denn alle Nachfolge, alle deine Anstrengungen so zu leben wie Gott will, verlaufen im Sand, wenn du nicht in Verbindung mit ihm lebst. Gott kann dir erst zeigen, wie du im Alltag für ihn leben sollst, wenn du ihn danach fragst und er Zeit hat um dir zu antworten. Beachte einmal, wie Jesus gelebt hat: immer wieder hat er die Stille gesucht um mit seinem Vater im Himmel zu reden. Obwohl er, der Sohn Gottes doch am besten Gottes Willen kennt, zog er sich zurück um mit Gott allein zu sein. Ganz anders als wir oft; wie schnell ist man bei allen möglichen Aktivitäten dabei und vergisst die grundlegende Stütze: das Gebet.
Da verschläft man morgens, bzw. man will einfach nicht aufstehen, fährt sich kurz durch die Haare, hüpft in die Kleider, rennt zum Bus, schreibt die Arbeit, geht in den Schülerbibelkreis, rast zur Besprechung für die nächste Kinderstunde, wälzt kurz die Hausaufgaben und abends liegt man total platt im Bett und fragt sich, was denn heute, trotz all den frommen Tätigkeiten, schief lief.
Gott kann erst durch dich und mich wirken, wenn wir bereit sind auf ihn zu hören, mit ihm zu reden und jeden Tag, jede Stunde, ja sogar jede Sekunde mit und für ihn zu leben. Erst wenn ich bereit bin, Jesus kennen zu lernen, kann ich ihm auch ähnlicher werden, erst wenn ich Gottes Willen kenne, kann ich ihn tun und erst wenn ich gelernt habe, seine Stimme zu hören, kann ich ihm gehorchen. Und wenn ich dann sein Wesen widerspiegele, sehen auch die anderen um mich herum Jesus. Nicht zuerst durch deine Worte, sondern durch dein Handeln erkennen Menschen, dass an deinem Glauben etwas dran ist.
Wenn du jeden Tag Gottes Liebe für dich in Anspruch nimmst, dich von ihm füllen lässt, dann kannst du seine Liebe auch weitergeben. - Ein Brunnen, der nicht mit der Quelle verbunden ist, kann kein lebendiges Wasser spenden.
Dein Christsein im Alltag spiegelt deine Verbindung zu Jesus wieder. Wenn du ihn absolut liebst, dann wirst du auch gerne seinen Willen tun und nicht Gesetzen folgen. Sei dankbar, dass er dich frei gemacht hat und lebe auch in dieser Freiheit. Und auch wenn deine Gefühle im Alltag nicht so erhebend wie in der Versammlung sind, dann vertraue Gott - sieh auf Jesus!
Frage dich in den Situationen, die in der Schule, in der Arbeit und in deiner Freizeit auf dich zukommen: Was würde Jesus an meiner Stelle tun? Sei bereit dich korrigieren zu lassen. Je mehr du dich auf Jesus einlässt, umso mehr kann er dich erfüllen und dann wird sein Wesen immer mehr auf dich abfärben. Gib den Mut nicht auf, wenn dein Christsein im Alltag nicht so glatt läuft, wie du es gerne hättest. Habe den Mut, mit Gottes Hilfe wieder aufzustehen, wenn du hingefallen bist und sei dir bewusst, dass Gott einen ganz besonderen Plan mit deinem Leben hat und du nicht das Leben eines anderen kopieren sollst - auch nicht im Glauben.
